
kindergarten! - die idee der ungeschminkten musiker-autobiografie (die dann meistens gar nicht so ungeschminkt ist) ist ja nicht neu. gerade zur zeit aber erlebt dieses genre eine renaissance, wie die bücher von slash, lemmy oder ronnie wood beweisen. auslöser dieser renaissance ist aber dieses buch hier: die geschichte von mötley crüe.das prahlen mit den eigenen exzessen hat ja immer etwas gleichzeitig eitles (sooo ein kerl war ich mal) und gleichzeitig nostalgisches, wie ein veteranentreffen. ja, man hat den krieg überlebt. auch schon was.was dieses buch gegen die eitelkeitsgefahr immunisiert, ist der nichts und niemanden und am allerwenigsten die protagonisten schonende humor, ob der jetzt von der band selbst kam, oder von ihrem autor - egal. sie nehmen sich nicht ernst, machen keine helden aus sich, stilisieren ihre aus- und einschweifungen nicht zu künstlerisch wertvollen großtaten hoch.dieses buch ist ungeheuer sympathisch, kurzweilig und immer wieder stellt sich beim lesen die frage (die einem zb auch bei betrachtung des films die hard IV anspringt): geht das denn? und ist man da nicht tot? (um das österreichische nachrichtenmagazin profil zu zitieren.)es ist aber auch berührend und schockierend. man bekommt einen einblick, wie gnadenlos im showbiz gearbeitet wird. und das kapitel über den krebstod von vince neils kleiner tochter ist so rettungslos traurig und verzweifelt, dass man beim lesen fast heulen muss.formal wechselt die erzählperspektive immer zwischen den vier bandmitgliedern hin und her (vor allem zu nikki sixx, mick mars ist wie im echten leben auch eher wortkarg). auch kurzzeit-sänger john corabi und andere wegbegleiter kommen zu wort - und zwar sehr, sehr kritisch.natürlich ist vieles anekdotisch, aber doch wesentlich weniger krass als bei anderen büchern dieses genres. am ende hat man ein, wie ich denke, ziemlich realistisches bild der vier stars. nikki sixx ist ein hochbegabter, an liebesdefiziten laborierender verhaltensorigineller ewigpubertierender mit dem zerstörungspotenzial einer atombombe, tommy lee ist ein sympathisches kleindkind in der lebenslangen trotzphase, mit hohem talent, sich der falschen mami an den plastikbusen zu werfen, mick mars ist ein herzensguter sonderling, der seine depressionen und seine angst vor der einsamkeit, davor, zu alt zu sein, und vor seiner fortschreitenden knochenkrankheit gern in alkohol auflöst. und vince neil ist ein selbstverliebter, aber liebeswerter pfau mit gebrochenen flügeln, der sex, alkohol und bühnenshows dazu verwendet, sich keinen gefühlen stellen zu müssen.sind wir all das nicht alle? ein bisschen?tolles buch. das davon inspirierte album (saints of los angeles) wurde eines ihrer allerbesten. hoffentlich hält der film das niveau.gesamteindruck: rock n roll ist ein kindergarten mit viel unterhaltungschemie. und man braucht viel glück, um ihn zu überleben.
the dirt - kindergarten hardcore - Ein sehr kurzweilig zu lesenes Buch. Lustig und nicht nur fuer Fans interessant. Man moechte auf der Stelle mitmachen und die Sau rauslassen, wuerde man mal nicht so abfucken durch den Alkohol und die in rauen Massen konsumierten Drogen. Diesen Lifestyle haelt man auch nur in jungen Jahren durch. Spaeter geben sind die Herren gelaeutert...ja,ja dies liest sich so typisch USA...Man erhaelt auch den Eindruck, Rockstars im Allgemeinen und diese Jungs im Besonderen sind dem Kindergarten gerade erst entwachsen...Besonders gut hat mir gefallen, als Mrs Osbourne mal nach dem Rechten sieht und siehe da, selbst der tougheste Punk steht stramm vor Mutti Sharon...cool! Mann kann das Buch nicht aus der Hand legen wenn man einmal angefangen hat, und am Schluss muss man sich mindestens die Haende waschen... Nur wuerde ich dieses Buch nicht unbedingt in die Haende von leicht zu beeindruckenden sehr jungen Jugendlichen geben, da sonst ein verzerrtes Bild entstehen koennte, ueber den Spassgehalt von Drogen-und Alkoholsucht.
Oh Mann... - Nach dem man dieses Buch gelesen hat, kann man nur noch sagen :Oh, Mann.... Wo soll man da anfangen...Zuerst einmal: man muss kein Fan der Band sein, um dieses Buch zu lesen bzw zu verstehen. Ich wusste von Mötley Crüe auch nur, dass sie ne Rockband aus den 80er waren. Die Kapitel sind einzelnen Bandmitgliedern oder Mitarbeitern wie zB Mananger gewidmet. Man erfährt alles über die Kindheit und Jugend der Protagonisten und über die Entstehung der Band. Interessant (und des öfteren eher besorgniserregend bishin zum kopfschütteln veranlasst) sind die Berichte über das Tourleben (Sex, Drugs und Rock n Roll gross geschrieben) oder die Treffen verschiedener anderer Rockstars (Ozzy schnupft ne Line Ameisen). Mal von den Meet and Greet mit diversen Groupies ganz zu schweigen. Dieses Buch ist keine hohe Literatur. Es dient einzig zur Unterhaltung (mal mehr mal weniger derb). Die Texte sind flüssig zu lesen. Man sollte vielleicht auch nicht alles einfach so glauben. Meiner Meinung nach wurde das ein oder andere Kapitel doch ein wenig mehr Rock n Roll gemacht, als es tatsächlich passiert ist. Als kleines Extra ist das Buch mit vielen s/w und Farbbildern ausgestattet.
Auch für Nicht-Fans interessant - The Dirt ist dermaßen unterhaltsam, dass ich das Buch schon mehrmals gelesen habe. Ich bin nicht einmal Fan von Mötley Crüe (ich finde nur eine Handvoll Songs von ihnen gut), aber das muss man bei den Stories, die einem hier aufgetischt werden, auch gar nicht sein. Es scheint recht unglaubwürdig, dass die Bandmitglieder alle beschriebenen (Drogen-)Eskapaden tatsächlich überlebt haben, von daher kann es durchaus sein, dass einige Passagen des Buches etwas stark ausgeschmückt wurden. Aber das ist völlig irrelevant, denn der Unterhaltungswert ist stets hoch, mal kann man lachen, mal muss man schwer schlucken, meist sich jedoch einfach nur an den Kopf fassen. Die Kapitel umfassen die Geschichte eines jeden einzelnen Bandmitgliedes (nach ihren Namen sind auch die Kapitel unterteilt) vom Kindesalter an bis ins neue Jahrtausend. Autor des Buches ist übrigens Neil Strauss, der beispielsweise auch schon die Autobiographie von Marilyn Manson geschrieben hat und welcher maßgeblich für die hohe Qualität des Buches verantwortlich ist. Gott sei Dank haben Mötley Crüe ihr Werk nicht selber verfasst, zumal ich glaube, dass Tommy Lee und Vince Neil überhaupt nicht schreiben können. Aufgewertet wird The Dirt übrigens durch zahlreiche Bilder des jeweiligen Zeitgeschehens.
Beste wo gibt :-) - Das Buch beschreibt sehr gut was Mötley Crue alles so erlebt hat. Teilweise schmunzelnd teilweise mit einer Träne im Auge wird man dieses Buch lesen. Es bleibt keine Frage mehr offen......denn es gibt immer einen der härter ist als DU !Viel Spass dabei